“Ok, GAMMA bringt nichts. Was schlagt ihr dann vor?!”

Posted in AKTUELL on 10.09.2009

In der Debatte um GAMMA wird uns oft zugestanden, dass die Argumente gegen die Fussballfichen einleuchten – und dass diese untauglich sind, um das Gewaltproblem rund um Sportveranstaltungen besser in den Griff zu kriegen. Umso drängender wird uns dann die Frage gestellt: “Was schlagt ihr vor?”. Hier eine mögliche Antwort.

Heutige langsame Verfahren schrecken nicht ab – und sind auch für Unschuldige problematisch.

Die heutigen Verfahren dauern teils Monate, manchmal länger als ein Jahr. Damit verlieren sie jegliche Abschreckungswirkung, weil auch am Schluss schuldig Gesprochene über Monate das Gefühl haben, sie seien der verdienten Strafe “entwischt”. Die lange Dauer ist gleichzeitig für zu Unrecht angeklagte Personen eine unmögliche Situation. Denn diese erhalten aufgrund des laufenden Verfahrens meist noch ein Rayonverbot und ein nationales Stadionverbot. Letzteres wird erst nach einem Freispruch oder einer Einstellung wieder aufgehoben.

Weder die Fichierung Unschuldiger (GAMMA) noch sogenannte “Schnellrichter” mit mehr Kompetenz zur Verurteilung von nicht Geständigen sind hier die Lösung. Schnellrichter-Entscheide können immer mit Einsprache angefochten werden. Dann wird ein ordentliches Verfahren eröffnet, das in der Regel wieder viel zu lange dauert.
Stattdessen braucht es Verbesserungen bei den normalen Abläufen der Staatsanwaltschaft, damit tatsächlich Schuldige viel schneller bestraft und Unschuldige viel rascher entlastet werden können. Die Polizei und die Staatsanwaltschaft müssten dafür ihre Prioritäten verschieben und entsprechend aufgerüstet werden, sowohl personell als auch finanziell.

Wer mehr zu den aktuellen Verfahrensabläufen wissen will: ausführlicher Artikel auf fansicht.ch

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