Pro und Kontra zu GAMMA auf Radio DRS

Posted in AKTUELL on 10.09.2009

Die Pro- und Kontra-Voten zu GAMMA auf der Frequenz von Radio DRS sind nun auch online zugänglich:

1 to “Pro und Kontra zu GAMMA auf Radio DRS”


  1. Karl Naef says:

    Hallo Studio! Vielleicht hilft den Leuten dieses Beispiel, um zu verstehen, wieso Leute gegen diese Gamma-Datenbank sind. Passiert (mir) während dem Spiel FCZ-FCL im 07 im alten Hardturm:

    Drei Personen, eine Volljährig die anderen beiden unter 16 Jahre und zum ersten mal an einem Spiel, gehen über den Parkplatz des Engros Marktes zum dort parkierten Auto. Bei der Herdern Beiz sammelt sich zu dieser Zeit der Mob, die Gruppe läuft aber klar in die andere Richtung, fernab vom besagten Mob. Auf dem Parkplatz tretten dann 4 Polizisten in zivil an die Gruppe heran und verlangen agressiv nach Ausweisen. Die Personen und ihre Ausweise werden abgefilmt und die beiden Minderjährigen gezielt eingeschüchtert dass sie, sollten sie “dumm tun”, eingepackt werden und ein paar Tage auf dem Posten bleiben würden. Die beschwichtigung des ältesten, dass man lediglich zum Auto und dann nachhause will, werden mit einem “verarsch uns nicht” abgetan. Die Luzerner waren an jenem Tag mit dem Zug angereist und zu diesem Zeitpunkt längst auf dem Weg zum Bahnhof, es befand sich auch kein Car auf dem Parkplatz.
    Auf die Frage was nun mit den abgefilmten Daten passiere bekam man zur Antwort die würden in einer Städtischen Hooligandatenbank gespeichert, also der damaligen “GAMMA” Datenbank.
    Am besagten Abend blieb es übrigens ruhig.

    Daran sieht man sehr schön dass einfach JEDER in diese Datenbank kommen kann, ganz gleich ob er überhaupt “Gewalt sucht” oder nicht.
    Zum Begriff “Gewalt suchend” stellt sich mir folgende Frage:
    Karin Sutter, St.Galler Polizeidirektorin und zusammen mit Herr Gass kürzlich auf Bildungsreise an No-Risk Spiele in Europa, betitelt das Beleidigen gegnerischer Fans oder Spieler, obszöne Gesten und Lieder auch schon als Gewalt. Ist also “Gewalt suchend” einjeder, der vor, während oder nach einem Fussball- / Eishockeyspiel flucht, den gegnerischen Schwalbenkönig mit “stah uf du verdammts Arschloch” betitelt oder bei “Scheiss GC-Basel” mitsingt ?

    Sollte diese Datenbank wirklich durchkommen dürfen wir uns bald über Datenbanken für Demonstranten, verdächtige Ausländer oder sonstige “Gefährder” freuen. Dann gute Nacht Rechtsstaat. Jemand der weiss, dass er nicht anonym ist verhält sich anders jemand der sich seiner Anonymität bewusst ist. Das stimmt. Jemand der bspw. an einer bewilligten Kundgebung teilnehmen will, wird es sich zweimal überlegen ob der daran teilnehmen wird wenn er weiss, dass er dabei überwacht und fichiert wird. Auch wenn er nichts verbotenes im Schilde führt, sondern lediglich seine Grundrechte wahrnehmen will.
    Im umgekehrten Falle trifft das nicht zu. Geht jemand an eine Verantstaltung um dort irgendwas verbotenes zu tun, hält ihn das Wissen um die Überwachung kaum davon ab. Er wird sich einfach entsprechend darauf vorbereiten.
    Ein gutes Beispiel dazu, dass mehr Überwachung nicht mehr Sicherheit bringt ist England. Immer mehr Kameras, aber auch immer mehr Verbrechen. Ausser einer riesigen, nicht zu bewältigenden Datenflut, bringen die Kameras und die Überwachung nichts. In den Vororten ballern sich 14 jährige über den Haufen, aber Hauptsache man hat die Hools im Griff.

    Diese Kontrollfreaks die eine Politik der Angst betreiben und ungestraft Lügen verbreiten gilt es zu stoppen, ansonsten finden wir uns in naher Zukunft in einer gleichgeschalteten Gesellschaft wieder.

    Macht mich grad wieder wütend das Thema, Danke liebes DRS! :-)

    Gruess

    Karl Naef



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