Die meisten Zeitungen, so auch der Tages-Anzeiger, haben einen Redaktionsschluss für LeserInnenbriefe zu Abstimmungen. Beim Tagi werden Briefe, die nicht bis zum 20.9. eintreffen, generell nicht mehr berücksichtigt. Nachdem der Tagi offiziell die JA-Parole herausgegeben hat, sind dort LeserInnenbriefe besonders wichtig. More →
In der NZZ vom 17.9.2009 ist ein guter Leserbrief von G. Krayenbühl (Zürich) abgedruckt. Hier die Kernpassage:
Gewalt gegenüber Dritten, Beamten und Sachen anlässlich von Sportveranstaltungen gilt es konsequent zu verfolgen und zu bestrafen. Anlass für solch staatliches Intervenieren muss oder sollte jedoch immer ein Tatverdacht sein, sei dieser nun hinreichend, konkret oder dringend. Bis zum Beweis des Verdachts gilt für jeden die Unschuldsvermutung. Dies sind die Grenzen und Prinzipien für staatliches Handeln im Bereich des Strafrechts, die letztlich unserer Freiheit dienen. Wer vorgelagerte, diffuse, polizeiliche Ermittlungen bzw. Erfassungen unterstützt und legitimiert, unterliegt der Fata Morgana Sicherheit. Doch Sicherheit wird es, wo Menschen sind, wahrscheinlich nie geben, und Sicherheit ist auch kein verfassungsmässig garantiertes Grundrecht. In dem Sinn ist die Sicherheit der Freiheit Tod.
In der Ratsdebatte Ende November 2008 hatte der AL-Politiker Niklaus Scherr sich dagegen gewehrt, dass mit GAMMA Unschuldige polizeilich fichiert werden und eher ironisch angefügt, man fichiere ja auch nicht die Besitzer reicher Autos, weil sie potentielle Raser seien.
In ihrem Votum hat dann Esther Maurer leider klargestellt, dass ihre Fichenträume durchaus mit der Einführung von GAMMA nicht gestillt sind. Im O-Ton tönte das so:
Auf seiner Homepage nimmt der FC Zürich zum Inserat (und damit auch zum Plakatsujet) der Kampagne für die Datenbank GAMMA Stellung. Wir wissen ja: es stellt eine Szene aus dem Belgrader Marakana-Stadion dar. More →
Letzte Gelegenheit also für einen Endspurt. Wie Du die Kampagne mit wenig oder auch mehr Zeitaufwand unterstützen kannst, liest Du hier.
Übrigens: Leserbriefe zu schreiben lohnt sich nur noch die nächsten fünf Tage. Danach nehmen die meisten Zeitungen keine Leserbriefe zu den Abstimmungen entgegen.