In der Debatte um GAMMA wird uns oft zugestanden, dass die Argumente gegen die Fussballfichen einleuchten – und dass diese untauglich sind, um das Gewaltproblem rund um Sportveranstaltungen besser in den Griff zu kriegen. Umso drängender wird uns dann die Frage gestellt: “Was schlagt ihr vor?”. Hier eine mögliche Antwort.
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Heute 10. September im Tages-Anzeiger (Teil Stadt Zürich, S. 51) sind wieder zwei LeserInnenbriefe gegen Gamma abgedruckt. Für alle, die in einem anderen Bezirk wohnen oder sonst den Tagi verpasst haben, hier die beiden Briefe – auch als Anregung für weitere eigene LeserInnen-Reaktionen!
Sympathie entscheidet. Die gesetzlich verbotene Beschlagnahmung von Flugblättern durch «Szenekenner» der Polizei zeigt auf, welches Verständnis von einem Rechtsstaat diese Leute haben. Sie sind diejenigen, die auch bestimmen, wer in die Datenbank aufgenommen wird und wer nicht. Als regelmässiger Besucher von Fussballspielen kennt man diese «Szenekenner» – und weiss um ihre Praktiken bei den Fans. Die Sympathie oder eben Antipathie entscheidet, wie man von ihnen «angepackt» wird. Wenn ich daran denke, dass diese Personen die Kompetenz erhalten, eine PräventivDatenbank zu führen, wird mir schlicht und einfach schlecht!
MICHAEL ZÜRCHER
George Orwell lässt grüssen. Ein Nein an der Urne ist ein Muss. Ich bin kein Fussballfan und ekle mich vor dem latenten Sexismus in diesem Sport. Trotzdem kann eine Forderung nach Fichen nicht damit begründet werden, die Gewalt so besser in den Griff zu kriegen. Der Mensch ist so lange unschuldig, bis er verurteilt wird. Dieser Grundsatz ist ein Pfeiler unserer Demokratie. Ein Ja bei der Abstimmung über Gamma wäre ein weiterer Schritt in Verhältnisse, wie sie George Orwell in seinem Buch 1984 geschildert hatte. Diese Verhältnisse schrecken mich mehr ab als Bilder von freudigen Menschen in einer Fussballkurve mit Fackeln in der Hand, so wie ich sie in der Abstimmungszeitung zu sehen bekomme.
DANIELA MONTINI
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Immer neue Gruppierungen und Parteien fassen die NEIN-Parole zu GAMMA. So schreibt votez.ch
“Die Datenbank der Stadtpolizei will „gewaltbereite oder Gewalt suchende“ Besucher von Sportveranstaltungen fichieren. Zweck: Wer registriert sei, würde eher vor Gewalt zurückschrecken. Und man will Daten auch an andere Polizeikorps weiter geben können. Die schwammige Formulierung ist unhaltbar. Sie passt zu den Stapo-Bestrebungen möglichst unbeschwert von rechtlichen Regeln, Leute weg weisen oder fichieren zu können. Zum Kern unseres Rechts gehören aber Unschuldsvermutung und klare Verfahren. Dass man auf blossen Verdacht oder weil man am falschen Ort steht, fichiert werden kann, öffnet der Willkür Tür und Tor.” http://www.votez.ch
Die CSP ihrerseits schreibt in ihrer Medienmitteilung, GAMMA sei “eine unzweckmässige Massnahme zur Eindämmung des Hooliganismus”. Die Fichierung von Menschen, die sich strafrechtlich nichts zuschulden hätten kommen lassen, gehe eindeutig zu weit.
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Am Donnerstag, 10. September 2009 findet in der Nähe des Bahnhofs Enge um 19.30h das unseres Wissens momentan einzige öffentliche Podium zur GAMMA-Abstimmung in Zürich statt, mit Gabi Kisker (GRÜNE: NEIN) und Michael Schmid (FDP: JA).
Ort: Kirchgemeindehaus (kleiner Saal), Bederstrasse 25, 8002 Zürich (Karte)
Es wäre toll, wenn einige der GAMMA-GegnerInnen auch im Saal wären!
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Im Online-Diskussionforum fczforum.ch äussert sich Philipp Burckhardt, Fanverantwortlicher des FC Zürich, klar gegen die irreführende Ja-Kampagne und plädiert selbst für ein NEIN zu Gamma
Ich möchte mich an dieser Stelle auch im Namen der FCZ-Fanarbeit und als Mitglied des FCZ-Vorstands und D.I.F.U.S. in aller Form vom Pro Gamma Inserat der Sportstadt Zürich distanzieren. Ich habe mit Bedauern festgestellt, dass der FCZ sein Logo für die Befürworterkampagne zur Verfügung gestellt hat.
Diese sinnlose Gamma Datenbank ist abzulehnen!
Es ist sicher nicht die Aufgabe des Staates mit Fichen auf Vorrat Erziehungsarbeit leisten zu wollen.
Quelle: fczforum.ch
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